Mein Traum entsteht

Fünf Jahre ist es her – mein erster Kontakt!

So begann alles mit vielen Büchern und meinem beschaulichen 700 l Becken in der Wohnzimmernische. Immer wieder sollte ich schnell an die Grenzen meiner kreativen Möglichkeiten in der Gestaltung und Haltung des Meerwasserbiotopes stoßen - immer mehr fühlte ich, was es heißen sollte, dass dieses Hobby süchtig machen könnte.
Mit meinem Umzug entstand schnell die Sehnsucht nach mehr Volumen im Becken. Es galt die Frage zu ergründen, bei wie vielen Zentimetern die Toleranz meiner Frau ihr Ende finden würde. Bescheiden ging ich ans Werk:
“ Liebling, was hältst du von einem größeren Aquarium …. so als Raumteiler …. vielleicht. Wäre doch schön?“ “Hm, und an welche Größe hast du gedacht?“ (Jetzt hieß es, nur keinen vorschnellen Fehler begehen …) „Vielleicht 1500 x 800 x 800?“ entgegnete ich mutig. Vorsichtig leicht untertreibend zeigte ich ihr mit Armen und Beinen die ungefähre Größe dieser Maße in unserem Wohnzimmer. Die Falten auf ihrer sonst so glatten Stirn ließen mich wenig Hoffnung schöpfen. Andererseits hatte sie meinen Vorschlag ja nicht gleich im Keime erstickt. Zu meiner Überraschung erhielt ich eine Antwort aus einer nicht einmal im kühnsten Traum erahnten Richtung:“ Was wäre denn dein Traum? Denn so etwas wollen wir doch sicher nur einmal im Leben bauen? …“ Na dann ….

Auf diese Weise startete die Planung für 2650 x 1050 x 750 im Erdgeschoss mit einer separaten Filteranlage im Keller, Wasserkreislauf schlappe 4000 l, diese Kleinigkeit wollte ich für den häuslichen Frieden nicht so deutlich hervorheben. Wer weiß denn, ob ihr diese Dimensionen bewusst sind. … nicht dran rütteln.

Per Internet stieß ich nach unglaublichen, an Wucher erinnernden Angeboten für den Beckenbau vor Ort durch heimische Beckenbauer (denn meine Frau streikte bei dem Gedanken ein Becken diesen Ausmaßes etwa per LKW und manueller Kraft in unser Wohnzimmer transportieren zu müssen) auf die Firma AquaGlas in Ranstadt. Eine tolle Adresse kann ich nur sagen! Ehe wir uns versahen, hatte ich mein angefordertes Angebot im Fax und Herr Klebsch seine Anzahlung auf dem Firmenkonto. Ein kompetenter, mit Ratschlägen und einigen guten Tipps versehender Kontakt, ließ mich meinem Ziel schnell näher kommen. So konnte ich ihn kaum erwarten, den Freitag, an welchem die Aqua Glaser gegen 10 Uhr auf meinem Parkplatz ihr Zeug ausladen und meinem Traum Gestalt geben sollten.


Ach ja, trotz bester Vorbereitung, täglicher Telefonate wurde ihrem fleißigen Schaffen ein jähes Ende bereitet (das Glas war von einer Berliner Firma angeliefert worden! !). Beim Nachmessen der Bodenplatten zeigte das Zentimetermaß wiederholt und hartnäckig eine falsche Breite, oh nein, Freitag um 12 Uhr 30 neues Glas beschaffen??? Mir schwindelte fast, meine Frau, eine sonst eher stille Beobachterin der Szene, schrie leise auf, Verzweiflung in unseren Augen, schließlich war alle Planung auf dieses Wochenende ausgerichtet. „Meister“ Klebsch legte eine kaum zu beschreibende Coolness an den Tag, ein Griff zum Telefon, drei Gespräche, eines in etwas lauterem Tonfall. Weder die Nachricht, erst gegen 17 Uhr mit neuen Scheiben gleicher Qualität weiter arbeiten zu können, noch die lange Zwangspause, ließen ihn von seiner Gelassenheit weichen. Zwar war damit der schöne Zeitplan dahin, aber was sollte sich einer aufregen, keiner von uns konnte diese Panne ändern. Etwas betreten sahen wir uns an, die Gesichtsfarbe meiner Frau normalisierte sich wieder, aber was tun mit der vielen Zeit? Wer nun glaubt, unsere Glaser hätten sich auf die faule Haut gelegt, der irrt hier gewaltig. Jede nur erdenkliche Vorarbeit zum Kleben wurde in Angriff genommen. So ganz nebenbei bewiesen die beiden auch ihre Talente in Improvisation bei Tischlerarbeiten, denn die Holzplatte, auf welcher meine vielen Liter Wasser ruhen sollten, hatte sich böse verzogen. Herr Klebsch hat äußerste Selbstdisziplin oder vielleicht auch höchste Diplomatie bewiesen, in dem er die durchaus angebrachte Kritik einfach unterließ und stattdessen hilfsbereit zur Stelle war, um das Beste daraus zu machen. 1000 Dank, denn was hilft das beste Becken, wenn sein Fundament irgendwie unangemessen schief und krumm anmutet?.  ‚Pünktlich’ um 18 Uhr trafen die ersehnten Platten endlich ein. Nie werde ich diesen Augenblick der Freude vergessen, als der Chef das Maßband an die neuen Scheiben ansetzte und die korrekten Zentimeter ablesen konnte. Fort an waren sie nicht mehr zu bremsen, endlich sollte der beißende Geruch des frischen Silikons die Stube erfüllen. Mit Hochdruck und präziser Genauigkeit gingen die beiden Handwerker ans Werk bis spät in die Nacht – gerade so spät, wie ein Kompressor lärmen darf, ohne die Nerven der Nachbarn über alle Maßen zu beanspruchen oder gar die Hüter des Gesetzes auf den Plan zu rufen. Scheibe für Scheibe entstand mein Wunderwerk, geklebt, geschnitten, Silikon verarbeitet, gewissenhaft gewischt, damit alles fettfrei bleibt und halten wird, verrutscht, gerichtet, wenig geflucht, viel gescherzt und herzlich gelacht. Den leicht panischen Gesichtsausdruck meiner Frau, die erst jetzt zu realisieren schien, welche Dimensionen ihre Frage nach meinem Wunsch zur Folge hatte, erwähne ich nur am Rande. Ich war beeindruckt, mit anzusehen, wie ein Glaskasten dieser Größe entsteht. Eh ich mich versah – war Samstag Vormittag der Spuk vorbei, alles fertig, Zeug und Sachen wieder verstaut, einer kleiner Plausch zum Abschied. Nur das Aquarium lässt darauf schließen, dass hier in den letzten Stunden fleißig gearbeitet wurde.

So freundlich, umkompliziert, kompetent und hilfsbereit wünsche ich mir jeden Handwerker, der dazu noch saubere, beste Arbeit abliefert. Ich kann nur sagen, eine bessere Zusammenarbeit kann ich mir nicht vorstellen. Wie gesagt 1000 Dank.

Inzwischen zwei Monate nach Fertigstellung – nicht ohne Ansporn durch Herrn Klebsch persönlich – läuft salzhaltiges Wasser durch die PVC-Rohre, mein Becken hat seine Feuertaufe mit der Note eins plus bestanden. Wie nicht anders zu erwarten war, ist alles dicht. Die Anlage der Filterbecken läuft genau so, wie es geplant wurde.

Noch immer freue ich mich über den Gedankenaustausch und bin dankbar für manchen Denkanstoß, den mir der Chef persönlich in unseren ausführlichen, die Umwelt hin und wieder langweilenden Fachgesprächen gegeben hat.

Hatte ich es schon erwähnt?

Die Aquaglaser sind echt klasse!

So verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Michael

PS: Nur der Vollständigkeit halber, meine Frau ist begeistert beim Anblick dieser nun mehr in wunderschönen Farben glitzernden Unterwasserwelt mitten im Wohnzimmer. (Ihr Bewusstsein weigert sich nach wie vor, über die Menge des Wassers genau nachzudenken).